Der schnelle Tag ist hin, die Nacht schwingt ihre Fahn

Sack_of_Magdeburg_1631_KLEIN

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 4. November 2018, 17 Uhr ♦ Maximilianmuseum, Felicitas-Saal Musik, Poesie und Augenzeugenberichte im Dreißigjährigen KriegEnsemble Palestra Musica ♦ Hildegard Senninger, Barockvioline; Angelika Radowitz, Tenor- und Bassdulcian; Günter Holzhausen, Violone; Michael Eberth, Cembalo und Orgel; Peter Pius Irl, Sprecher

Trotz andauernder Bedrohung, trotz enormer Grausamkeiten, Leid, Elend und Tod, scheint der Dreißigjährige Krieg auch höchste Kreativität und fruchtbare Schaffenskraft in Literatur, bildender Kunst und Musik erzwungen zu haben. Peter Pius Irl liest aus Grimmelshausens Simplicissimus und aus Tagebüchern von Augenzeugen und schildert hautnah das tägliche Leben der betroffenen Bevölkerung. Die Jahreszahlen 1618 und 2018 scheinen plötzlich austauschbar zu werden! Das Ensemble Palestra Musica spürt mit süddeutsch-italienischer Musik den Emotionen auf musikalische Weise nach.

Programm:

Andreas Gryphius 1616 – 1664
Thränen des Vaterlandes / Anno 1636

Johann Staden 1581 – 1634
Symphonia (aus Operum Musicorum Posthumorum,  Nürnberg 1643)

♣ Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen 1622 –  1676
Simplicius Simplizissimus  3.Capitel: Kindheitserlebnisse

Johann Ulrich Steigleder 1593 – 1635
Vater unser im Himmelreich 4. Vocum Coral im Discant
(aus Tabulatur-Buch dass Vatter unser, Straßburg 1627)

Anonymus 17. Jhdt.
Toccata octaui toni (aus Turiner Tabulatur, Augsburg? um 1639)

Giovanni Martino Cesare 1590 – 1667
La Augustana (aus Musicali Melodie, München 1621)

♣ Maurus Friesenegger 1590 – 1655 (Mönch und Abt im Kloster Andechs)
Tagebuch des 30 jährigen Krieges

Johann Ulrich Steigleder 1593 – 1635
Vater unser im Himmelreich 3. Vocum Coral im Discant Colleriert
(aus Tabulatur-Buch dass Vatter unser, Straßburg 1627)

Heinrich Scheidemann 1596 – 1663
Præludium in d (aus der Sammlung Düben, Universittsbibliothek Uppsala)

Johann Stadlmayr ca. 1580 – 1648
Canzon a tre per due Canti e Basso continuo
(aus Philomela coelestis…, München 1624)

♣ Anonyma 1631 – 1634
Chronik einer unbekannten Nonne aus dem Kaufbeurer Franziskanerinnenkloste

Johann Ulrich Steigleder 1593 – 1635
Vater unser im Himmelreich 3. Vocum Coral im Discant und Bass
(aus Tabulatur-Buch dass Vatter unser, Straßburg 1627)

Johann Erasmus Kindermann 1616 – 1655
La Affettuosa (aus Delicie Studiosorum III, Nürnberg 1643)

Adam Jarzębski 1590 – 1649
La Norimberga (Concerto a 3) (aus Canzoni e Concerti a Due, Tre e Quattro Voci, cum Basso continuo di Adamo Harzebsky Polono Anno 1627)

Advertisements

Die Fugger – Tabulatur aus Turin

fama_01Freitag, 17. April, 19:00 Uhr ♦ Staats- und Stadtbibliothek, Schaezlerstraße 25, Augsburg ♦
Die Fugger-Tabulatur der Biblioteca Nazionale Torino – ein Augsburger Grossprojekt des 17. Jahrhunderts ♦ Die immens große Fugger-Tabulatur der Bibliothek in Turin umfaßt 1770 Stücke „Claviermusik“ von ca. 1580 bis 1630 auf 2703 Seiten, notiert in neuer deutscher Orgeltabulatur und ist somit weltweit die größte Sammlung dieser Art. Die Handschrift wurde vermutlich in den 1635iger Jahren mit Unterstützung der Familie Fugger angefertigt. ♦ Christian Erbach (Augsburg), Hans Leo Hassler (Venedig, Augsburg, Nürnberg), Johann Staden (Nürnberg) und Annibale Padoano (Venedig), Girolamo Frescobaldi (Rom), Jan Pieterszoon Sweelinck (Amsterdam) und Giovanni Gabrieli (Venedig) sind nur einige der prominentesten Komponisten, die mit Werken in der Fugger-Tabulatur vertreten sind. ♦ Ausführende: Michael Eberth, Clavicytherium und Orgel; Hans Ganser, Bass

Sehr geehrte Freunde Alter Musik,

zum nächsten Konzert des Forums für Alte Musik Augsburg e.V. (FAMA) möchte ich Sie herzlich einladen.

Zum ersten Mal wird ein Konzert unserer Reihe in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg stattfinden. Es soll unter dem Namen Fugger Projekt 1 den Anfang einer Folge von Konzerten bilden, die sich in loser Reihenfolge den Schätzen der berühmten und mit großer Wahrscheinlichkeit in Augsburg entstandenen Turiner Tabulatur widmen möchte. Diese sehr bedeutende Sammlung von Musik für Tasteninstrumente spielt in der Musikwissenschaft schon seit mindestens 50 Jahren eine große Rolle. Eine moderne Gesamtedition existiert nicht, auch sind viele der Kompositionen, zu Unrecht wie ich finde, vermutlich seit Jahrhunderten nicht mehr erklungen. Lassen Sie sich überraschen …
Zwischen den Musikblöcken, die im akustisch hervorragenden Treppenhaus der neobarocken Bibliothek erklingen werden, werde ich Ihnen im Lesesaal eine kurze Einführung zu dieser hochinteressanten Quelle geben. Im Zimeliensaal wird eine kleine Ausstellung von originalen Drucken aus dem zeitlichen und thematischen Umkreis der Turiner Tabulatur zu sehen sein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen – Eintritt frei, Spenden erbeten – Anmeldung möglich unter sekretariat@susb-augsburg.de
Mit freundlichen Grüßen, Michael Eberth | (Forum Alte Musik Augsburg e.V.) | www.fama-web.de