Etlich Liedlein zu singen oder uff der Orgeln und Lauten zu schlagen

rosabella

Liebe Freunde Alter Musik,

unter dem Link: WERKSTATTKONZERT können Sie ein Video des Konzerts vom 23. November 2017 in der Bayerischen Staatsbibliothek mit dem Titel Etlich Liedlein zu singen oder uff der Orgeln und Lauten zu schlagen sehen  Mitwirkende: Joel Frederiksen, Gesang und Laute; Evangelina Mascardi, Laute; Michael Eberth, Clavicytherium; Studierende des Instituts für Historische Aufführungspraxis der Hochschule für Musik und Theater München (Anna-Lena Elbert, Sopran; Stefan Steinemann, Alt und Eric Price, Tenor; Cornelia Demmer, Oleg Chuhleb und Alonzo Esteban Munoz Cardenas, Lauten )

 

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Non moriar sed vivam

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Musik aus der Zeit Martin Luthers
Sonntag, 26. März, 17 Uhr ♦ Augsburg, St. Anna Kirche ♦ Musik von Martin Luther, Ludwig Senfl, Josquin Desprez, Leonhard Kleber, Johann Walther, Balthasar Resinarius, Petrus Tritonius und Improvisationen im Stil des frühen 16. Jahrhunderts

im ehemalige Karmeliterkloster St. Anna fand Martin Luther anlässlich seines Gesprächs mit dem Abgesandten der römischen Kurie, Kardinal Cajetan, im Oktober 1518 Herberge ♦ Luthers hohe Wertschätzung der Musik und seine Initiative zu einem deutschen geistlichen Liedschaffen haben wesentlich das Aufblühen einer protestantischen Musikkultur begründet. Zeitgenossen haben Luthers Musikalität und seine Freude am Musizieren bezeugt. Er schätzte das Singen von Motetten und Liedsätzen in abendlicher Gemeinschaft mit Freunden und Hausgenossen. Über die Kunstmusik seiner Zeit war er informiert und hatte ein sicheres Urteil, wie lobende Äußerungen über Josquin des Prés und sein Briefwechsel mit Ludwig Senfl belegen.
Nicht bei allen seinen Liedern (gemeint sind hier die Texte) lässt sich auch die Genese der Melodie klären. Zum Teil hat Luther vorhandene Melodien (mit teilweise lateinischen Texten) bearbeitet. Hier zeigt sich sein besonderes Gespür für die deutsche Sprache (Akzent, Tonfall, Gebärde).

Sebastian Seifert, Altus; Michael Birgmeier, Tenor; Hans Ganser, Burkhard Kosche, Bass; Angelika Radowitz, Bassdulcian; Martin Erhardt, Orgelportativ, Blockflöte und Fiedel; Michael Eberth, Clavicytherium und Orgel

Ein feste Burg ist unser Gott – Deus noster refugium et virtus (Psalm 46)
einstimmiger Choral
Martin Agricola (1486-1556) vierstimmiger Falsobordone-Satz aus : „Musica choralis deudsch“ (Wittenberg, Georg Rhaw, 1533)

Der XLVI. Psalm / Deus noster refugium / Martinus Luther
„Ein feste Burg ist unser Gott“. 1-stg. Lied, Klugsches Gesangbuch (Wittenberg, 1533)
Martin Agricola (1486-1556) vierstimmiger Satz aus: „Neue deutsche geistliche Gesenge“, Wittenberg, Georg Rhaw, 1544)

Johann Walter (1496-1570) instrumentales Bicinum aus: „Bicinia gallica, latina et germanica”, Georg Rhaw, 1545

Petrus Tritonius (1465-ca. 1525)
„Maecenas atavis”
aus: “Melopoiae” (Sammlung vierstimmiger Vertonungen von Oden des Horaz) Augsburg, Erhard Öglin, 1507 (1. Musikdruck mit beweglichen Lettern nördlich der Alpen!)

Auss tieffer noth schrey ich zu dir
De profundis clamavi ad te domine (Psalm 129 [130])
einstimmiger Choral
Martin Agricola (1486-1556) vierstimmiger Falsobordone-Satz aus: „Musica choralis deudsch“ (Wittenberg, Georg Rhaw, 1533)

Der CXXIX. Psalm Martinus Luther : „Auss tieffer noth“,
Johann Walter (1496-1570): „Aus tieffer noth“, 4-stg. Satz
Hans Kotter (1480-1541): „Us tiefer not schry ich zu dir“ (Orgelbearbeitung)

Improvisation

anonym (Florenz, ca. 1500) und Alexander Agricola (1445-1506):
„Fortuna desperata“
3-stg. ital. Liedsatz und 6-stg. Bearbeitung
aus dem „Augsburger Liederbuch“ (Augsburg, Staats- u. Stadtbibl. 2° Cod. 142a, ca. 1510-1515)

Fortuna aus dem Tabulaturbuch des Leonhard Kleber (ca. 1495-1556)
anonym: „Passamezzo antico“ Tanzsatz und Instrumentalimprovisationen aus dem „Augsburger Liederbuch“ (Augsburg, Staats- u. Stadtbibl. 2° Cod. 142a, ca. 1510-1515

Martin Luther, Ein lied für die kinder, damit sie zu Mitterfasten den Bapst außtreiben: „Nun treiben wir den Bapst hinaus“
Das Lied vom vom Winteraustreiben „So treiben wir den Winter aus“ als protestantisches Kampflied im 4-stg. Satz. Flugblatt, Wittenberg 1545

Martin Luther „Non moriar sed vivam“ (Text: Psalm 118, Vers 17)
vierstimmiger Satz über die lat. Antiphon, komponiert 1530 auf der Veste Coburg

München 1523 – Ludwig Senfl unter Herzog Wilhelm IV.

_mg_2294-5Donnerstag, 13. Oktober, 20 Uhr ♦ München, Bayerisches Nationalmuseum, Prinzregentenstr. 3, Mars–Venus–Saal Ensemble Phoenix: Sabine Lutzenberger (Sopran, Blockflöte), Bernd Oliver Fröhlich (Tenor, Sax), Timothy Leigh Evans (Tenor, Perkussion), Michael Eberth (Clavicytherium), Joel Frederiksen (Bass, Laute, Leitung)

Musik im Diskurs

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Mittwoch, 10. Februar 2016, 17:15 Uhr, Kaminzimmer Raum 105, Hochschule für Musik und Theater, Arcisstraße ♦ Das Buxheimer Orgelbuch, die süddeutsch-italienische Claviermusik um 1500 und das älteste erhaltene, besaitete Tasteninstrument

In der Instrumentensammlung des Royal College of Music in London ist ein süddeutsches oder italienisches Clavicytherium eines anonymen Erbauers erhalten, das durch einen eingeklebten Pachtvertrag mit Ulm 1480 datiert ist. Eine Kopie des im Original unspielbaren Instrumentes erweist sich sowohl klanglich (schnell verklingender lauten- bzw. harfenartiger Ton begünstigt virtuose Diminutionen) als auch bautechnisch (Tastenbreite, Tastenumfang etc.) als ideal für die Musik des Buxheimer Orgelbuches. Das überwiegend weltliche Repertoire dieser großen Sammlung von Claviermusik aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, welche sich seit 1883 unter der Signatur Mus.Ms. 3725, auch Cim. 352b, in der Bayerischen Staatsbibliothek München befindet, könnte für ein Zimmer-Instrument gedacht gewesen sein. Intavolierungen französischer Chansons (Binchois, Dufay) und deutscher Liedsätze (Paumann) lassen auch eine kammermusikalische Aufführung mit Singstimme denkbar erscheinen. Italienische Frottole, wenig später erschienen, bilden einen deutlichen Kontrast zu den deutschen Intavolierungen.

Programm:
Redeuntes in mi (Buxheimer Orgelbuch)
O Rosa bella (John Dunstable/John Bedingham)
O Rosa bella (Buxheimer Orgelbuch)
Ach lieb mit laid (Paul Hofhaimer, 1459‐1537)
Entrée je suis en grant pensée (Josquin Desprez, 1440‐1537)
Zwischen Berg und tieffe tal (Heinrich Isaac, ca. 1450‐1517)
Kochersperger Spanieler (Tabulatur des Bonifacius Amerbach, Basel)
Dulongesux (Buxheimer Orgelbuch – Intavolierung nach Gilles Binchois‘ Ballade
Dueil angoisseus rage demeseurée)
Frottole Intavolate (Andrea Antico)

Mitwirkende:
Sabine Lutzenberger (Sopran)
Michael Eberth (Clavicytherium)

5. Geburtstag der Rohlf-Orgel

orgel_olchingSonntag, 27. September 2015, 13:00, 15:00 und 17:00 Uhr ♦ Eintritt: frei ♦ Johanneskirche, Wolfstr. 11, Olching ♦ Musik von Hildegard von Bingen, Oswald von Wolkenstein, Conrad Paumann, Guillaume Dufay, Gilles Binchois, Marcantonio Cavazzoni, Aurelio Virgiliano, Maurizio Cazzati, Biagio Marini, Giovanni Maria Trabaci, Claudio Monteverdi, Jacob van Eyck, Jan Pieterszoon Sweelinck, Michael Praetorius, Hieronymus Praetorius und José Ximénez ♦ Ausführende: Sabine Lutzenberger, Sopran und Glocken; Malin Eiband, Sopran; Michael Schopper, Bass; Tatiana Flickinger, Blockflöte; Baprtiste Romain, Fidel; Michael Eberth, Orgel

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Olching lädt aus Anlass des fünften Geburtstages ihrer Rohlf-Orgel zu einem Musikfest am Sonntag, 27. September 2015 in die Olchinger Johanneskirche in der Wolfstraße 11 ein.

Drei Konzerte, jeweils um 13, 15 und 17 Uhr, mit dazwischenliegenden Pausen von jeweils einer Stunde, spannen einen musikalischen Bogen von der Gotik über die Renaissance bis zum Barock.
Der Eintritt ist frei, um Spenden zur Deckung der Kosten dieses Festivals wird gebeten.

Die Fugger – Tabulatur aus Turin

fama_01Freitag, 17. April, 19:00 Uhr ♦ Staats- und Stadtbibliothek, Schaezlerstraße 25, Augsburg ♦
Die Fugger-Tabulatur der Biblioteca Nazionale Torino – ein Augsburger Grossprojekt des 17. Jahrhunderts ♦ Die immens große Fugger-Tabulatur der Bibliothek in Turin umfaßt 1770 Stücke „Claviermusik“ von ca. 1580 bis 1630 auf 2703 Seiten, notiert in neuer deutscher Orgeltabulatur und ist somit weltweit die größte Sammlung dieser Art. Die Handschrift wurde vermutlich in den 1635iger Jahren mit Unterstützung der Familie Fugger angefertigt. ♦ Christian Erbach (Augsburg), Hans Leo Hassler (Venedig, Augsburg, Nürnberg), Johann Staden (Nürnberg) und Annibale Padoano (Venedig), Girolamo Frescobaldi (Rom), Jan Pieterszoon Sweelinck (Amsterdam) und Giovanni Gabrieli (Venedig) sind nur einige der prominentesten Komponisten, die mit Werken in der Fugger-Tabulatur vertreten sind. ♦ Ausführende: Michael Eberth, Clavicytherium und Orgel; Hans Ganser, Bass

Sehr geehrte Freunde Alter Musik,

zum nächsten Konzert des Forums für Alte Musik Augsburg e.V. (FAMA) möchte ich Sie herzlich einladen.

Zum ersten Mal wird ein Konzert unserer Reihe in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg stattfinden. Es soll unter dem Namen Fugger Projekt 1 den Anfang einer Folge von Konzerten bilden, die sich in loser Reihenfolge den Schätzen der berühmten und mit großer Wahrscheinlichkeit in Augsburg entstandenen Turiner Tabulatur widmen möchte. Diese sehr bedeutende Sammlung von Musik für Tasteninstrumente spielt in der Musikwissenschaft schon seit mindestens 50 Jahren eine große Rolle. Eine moderne Gesamtedition existiert nicht, auch sind viele der Kompositionen, zu Unrecht wie ich finde, vermutlich seit Jahrhunderten nicht mehr erklungen. Lassen Sie sich überraschen …
Zwischen den Musikblöcken, die im akustisch hervorragenden Treppenhaus der neobarocken Bibliothek erklingen werden, werde ich Ihnen im Lesesaal eine kurze Einführung zu dieser hochinteressanten Quelle geben. Im Zimeliensaal wird eine kleine Ausstellung von originalen Drucken aus dem zeitlichen und thematischen Umkreis der Turiner Tabulatur zu sehen sein.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen – Eintritt frei, Spenden erbeten – Anmeldung möglich unter sekretariat@susb-augsburg.de
Mit freundlichen Grüßen, Michael Eberth | (Forum Alte Musik Augsburg e.V.) | www.fama-web.de